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Rundreise durch Mesopotamien - Papyria

  • Autorenbild: Oli Clemens
    Oli Clemens
  • 5. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Euphrat und Tigris - heute sind die beiden Flüsse sichere Punktelieferanten bei Stadt, Land, Fluss. Doch in der Antike waren sie die Katalysatoren für Hochkulturen, wie etwa die Sumerer, Babylonier und Assyrer. In der Region zwischen den Flüssen, die damals Mesopotamien genannt wurde, gedeihten Ackerbau und Bewässerung - die Grundlage, aus der sich die antiken komplexen Gesellschaften entwickelten konnten. In "Papyria" reisen wir spielerisch zurück in die Geschichte und bauen uns unser eigenes kleines Plättchen-Reich.



Papyria| Bernd Eisenstein | Irongames 2025


unterwegs im Zweistromland
unterwegs im Zweistromland

Papyria (2025)

💡 Bernd Eisenstein ✏️ Gjermund Bohne ⁉️ Familienspiel 👨‍👩‍👧‍👧 1-5 Personen ab 8 Jahren 🕔 20-45 Minuten


darum geht's


Wir reisen mal schlappe 3500 Jahre in der Zeit zurück und begeben uns mit unseren Spielfiguren auf einen Rundkurs zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Dabei bewegen wir unsere Boot- und Wanderer-Figuren auf einem Rundkurs von Aktionsfeld zu Aktionsfeld und sorgen rund um die Uhr für Siegpunkte. Damit wir aber bei den Wertungen kräftig absahnen können, müssen wir zusätzlich Wissen sammeln und somit unser Punkte-Limit ordentlich pushen. Sobald die Spielende-Plättchen ausgeteilt wurden, geht ihr in eine letzte durchaus kleinteilige Wertung und stellt fest, wer "Papyria" gewonnen hat.





das spiel vor dem spiel


Bevor es mit "Papyria" los geht, werdet ihr zuerst mal Zeit brauchen für den Aufbau des Spielplans. Bis das ganze Material für eure Personenzahl richtig abgezählt am richtigen Platz liegt, kann das schon mal dauern.


Der Spielplan besteht aus drei Teilen. Dieser wird ineinandergepuzzelt. Er stellt den Verlauf der Flüsse dar, an dessen Ufern entlang wir Aktionen auslösen. Während der Plan mit seinem Rundkurst stets gleich bleibt, werden die Aktionsfelder aber von Partie zu Partie unterschiedlich angeordnet sein. Dafür werden 24 Aktionsplättchen gemischt und in Aussparungen des Spielplans eingelegt. Zwar weiß ich immer noch genau, welche Aktionen wie oft auf meiner Reise auf mich warten werden, aber ich weiß nicht, wo und wann genau sie mit auf meiner Reise begegnen.


Was man anfänglich in einer ersten Partie einfach mal so als Laune des Zufalls so hinnimmt, kann mit jeder weiteren Partie schon ein entscheidendes Kriterium werden, wie man taktisch und strategisch in eine Partie startet. Aber zurück zur Vorbereitung einer Partie "Papyria".


Mit dem Schiff geht's auf dem Euphrat entlang.
Mit dem Schiff geht's auf dem Euphrat entlang.

Ja nachdem, welches Plättchen wo liegt, werden Güter darauf bereitgelegt. Das können Landschaftssplättchen sein, die ich perspektivisch in einer Auslage vor mir zusammen puzzeln möchte, oder Holzmeeple, die Städte, Bergwerke oder Tempel repräsentieren. Wie viel wovon hinkommt, sagt uns eine Übersicht. Die orientiert sich an der Personenzahl, mit der wir starten und skaliert entsprechend. Clever gelöst!


Besonders genau sollte man schauen, wo die Wertungsplättchen liegen, um diese zum richtigen Zeitpunkt einzusammeln. Der richtige Zeitpunkt definiert sich dadurch, dass du sie entweder richtig gut selbst gebrauchen kannst, oder sie auf keinen Fall in die Hände der anderen fallen sollten. Denn sobald du mit einer deiner Spielfiguren eine solches Wertungsplättchen einsammelst, warten Punkte auf dich - oder auf die anderen.


Aber bevor du dich mit solchen taktischen Fragen herumplagst, beendet wir noch den Aufbau. Der besteht nämlich aus einer Draftingphase mit Landschaftsteilen. Auf diesen Teilchen sind Flussläufe, Wälder, Gebirge und Heiligtümer abgebildet. Alle zufällig, alle wichtig, denn sie sind die Grundpfeiler unserer Zivilisation - und wenn ich Zivilisation sage, meine ich PUNKTE!





so wird gespielt


Wenn du an der Reihe bist, bewegst du entweder dein Schiff innen oder deinen Wanderer außen auf dem Spielplan im Uhrzeigersinn entlang. Die können immer 1 bis 2 Schritte gehen, überspringen andere Objekte auf ihrem Weg oder verdrängen diese einfach von Aktionsfeldern, um selbst dort zu landen. In diesem Zusammenhang solltest du immer ein Auge auf deinen Lapis-Vorrat haben. Diese Ressource brauchst du nämlich, wenn du weiter als die vorgegebene Schrittzahl rücken möchtest oder dein Lieblingslandeplatz besetzt sein sollte. Lapis gibt es in Bergwerken. Also plane schon mal, wie du da rankommst. Lapis kannst du aber auch von den anderen erhalten, wenn sie verdrängen.


Dort, wo du landest, wirst du immer 2 Aktionen ausüben, je nachdem, was der Zufall in der Spielvorbereitung dort hingezaubert hat. Du kannst beispielsweise zusätzliche Landschaftsplättchen nehmen. Auf ihnen sind Flussläufe, Bäume, Heiligtümer und Gebirge drauf. Auf diesem Symbolen wirst du über andere Aktionen Tempel errichten, Bergwerke bauen und Städte gründen. Alles natürlich, um damit ordentlich Punkte zu machen.



Und wenn wir gerade beim Thema Punkte sind: Eine weitere und wichtige Aktion lässt dich Wertungen ausführen. Diese Wertungen beziehen sich stets auf deine Plättchen und was du bereits damit angestellt hast. Entsprechend solltest du eine Wertung für die Tempel natürlich erst dann ausüben, wenn du bereits Tempel in deiner Landschaft errichtet hast. Um solche Strukturen auf deinen Plättchen unterzubringen, braucht es die entsprechende Aktion und wieder mal Lapis.


Wie viele Punkte du bei den Wertungen bekommst, hängt auch davon ab, wie viel Wissen du dir angehäuft hast. Wie auch Siegpunkte, wird dein Wissen auf einer separaten Leiste getrackt. Dafür wandern Marker in Kerben entlang des Spielplans. Stell dir dein Wissen wie ein Deckel auf deinen möglichen Siegpunkten vor und denke dich mal in dieses Beispiel ein: Du errechnest beispielsweise durch deine Landschaftsplättchen mit Flussteilen und deinen passenden Multiplikatoren 27 Punkte. Da dein Wissen aber nur bei 20 steht, gehen 7 Punkte verloren. Glaub mir, das willst du vermeiden.


die Wissensleiste pushen hilft beim Gewinnen
die Wissensleiste pushen hilft beim Gewinnen

Überhaupt die Punkte. Alles, was du in "Papyria" tust, wirft direkt oder indirekt Punkte ab. Entweder baust du dir die Voraussetzungen dafür oder sahnst ab. Das sorgt dafür, dass ziemlich viel Geschiebe auf der Punkteleiste stattfinden wird.

Es kann auch mal sein, dass am Ende des Spiels zwischen der Person auf dem ersten und dem letzten Platz 100 Punkte liegen können. Dann brauchst du entweder ein gutes Selbstwertgefühl oder direkt eine nächste Partie, denn denn Spielerfolg "Papyria" wächst mit den Erfahrungen, die du machst. Wann schnappe ich mir die richtigen Multiplikatoren, auf welche Wertungen spiele ich gezielt, wie kann ich mir über die Schlüsselplättchen am Ende noch Sonderwertungen sichern, die den anderen versagt bleiben? Gegen Leute, die das Spiel schon kennen, richtest du am Anfang nichts aus. Aber spätestens ab der zweiten Partie werden deine Aktionen zielgerichteter und in deinen Gedanken formt sich ein Plan. Tja, learning by burning. Leider waren für uns nicht alle Wertungen intuitiv. Vor allem bei den Tempeln und Städten kam immer Unsicherheit auf, wie viele Punkte wir uns anrechnen können. Da hilft uns ein Blick in die bebilderten Beispiele der Anleitung.



nicht immer intuitiv: die Wertungen
nicht immer intuitiv: die Wertungen

Im Lauf des Spiels werdet ihr das Zweistromland intensiv bereist und die entsprechenden Güter von den Aktionsplättchen in euren Spielbereichen verteilt haben. Wenn ein Aktionsfeld leer ist, kommt der Zeitpunkt der Spielende-Plättchen. Sie lassen euch gesammeltes Wissen und Lapis noch in Siegpunkte und Wissen investieren. Ist auch dieser Stapel leer, endet "Papyria" mit einer letzten großen Wertung.



kennerspiel-überraschung 2025


"Papyria" hat ein paar Ecken und Kanten, aber viele Dinge, die mich begeistern. Ich lebe im Punkterausch und habe stets das Gefühl, wertvolle Spielzüge zu machen. Außerdem liebe ich das Kennerspiel dafür, dass es zu zweit in weniger als 60 Minuten gespielt werden kann. Dafür nehme ich auch die zeitintensive Aufbau-Phase in Kauf.



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